Das Prinzip der Meerwasserentsalzung

Ein Blick von oben auf die Erde zeigt, dass unser Planet von einer großen Wasserfläche bedeckt ist. Und dennoch ist Wasser ein rares Gut. Der größte Anteil des Wassers auf der Erde ist Salzwasser und eignet sich daher nicht als Trinkwasser. Es bedarf also einer Möglichkeit aus Salz- Trinkwasser zu gewinnen.

Verdunstung wie beim Kochen

Techniken, um aus Salzwasser das erstrebte Trinkwasser zu gewinnen gibt es heute viele. Eine einfache Möglichkeit ist es, durch Verdunstung Salz und Wasser voneinander zu trennen. Was auf einem Küchenherd ganz einfach funktioniert, zeigt sich aber in größerer Dimension problematisch. Denn um viele Kubikmeter Wasser auf Siedetemperatur zu bringen, sind große Energiemengen notwendig. Für diese Technik wird daher auf Kraftwerke zurückgegriffen. Durch Abwärme kann das Salzwasser auf 115 Grad erwärmt werden. Der Wasserdampf ist salzfrei und bildet nach dem Abkühlen trinkbares Wasser. Bei den meisten Anlagen wird die gewonnene Salzlaufe bzw. das Süßwasser weiter für den Kühlvorgang verwendet. Am Ende gewinnt man Wasser und Salz. Die meisten dieser Anlagen sind an Kraftwerken mit konventionellen Energielieferanten angeschlossen. Besonders umweltfreundlich ist die Technik daher nicht. Jedoch können große Anlagen bis zu 500.000 Kubikmeter Wasser am Tag entsalzen.

Innovation mit Wind

Ein anderes Verfahren bedient sich bei der Entsalzung der Kraft des Windes. Diese Entsalzungsanlagen nutzen das Prinzip der Umkehr-Osmose. Dafür muss nicht der Umweg über Stromerzeugung genommen werden. Durch die Windkraft kann das Wasser angesaugt werden. Dieses Wasser kann dann auch mit Kraft durch die Filter gepumpt werden. Bei dem Verfahren wird das Meerwasser unter hohem Druck durch eine semipermeable Membran gepresst. Dieser Filter ist so fein, dass er nur bestimmte Ionen und Moleküle durchlässt. Man erreicht daher wieder eine Aufspaltung in Salz und Wasser. Dem Wasser wird anschließend meist Kalk hinzugefügt, weil die Lösung sonst Reinwasser wäre und zum Trinken eher ungeeignet. Da in einer solchen Anlage das Wasser komplett in seine Bestandteile getrennt wird, kann sie auch als Klärstufe eingesetzt werden. Ergänzende Verfahren, wie eine UV-Bestrahlung, können auch aus Schmutzwasser wieder trinkbares Wasser machen. Für die Entsalzung und Reinigung von Wasser bedarf es auch nicht immer großer Anlagen. Eine Filteranlage für den Bedarf eines Haushalts passt praktisch unter jedes Waschbecken. Für eine Lösung für Staaten und Inseln sind diese Konzepte jedoch zu klein.

Eine Verbindung der Verfahren

In diesem Text wurden nun zwei mögliche Techniken genannt. Daneben ließe sich die Möglichkeit der Membrandestillation anführen. Dieser Filter lässt Wasser nur als Dampf durch und funktioniert sonst ähnlich wie die erstgenannte Methode. Auch weitere Techniken könnten in Zukunft eine Rolle spielen. Wichtig sind die Verfahren alle. Momentan werden die großen Anlagen vor allem mit der erstgenannten Technik betrieben. Für eine größere Nachhaltigkeit bietet sich jedoch die zweite Technik an. Von Wassermangel sind vor allem ärmere Länder betroffen. Wären flächendeckende Methoden vorhanden, so müsste niemand mehr verdursten.
Quelle des Bildes: Jorg Hackemann – Fotolia

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